1. Branchentreff Holz in Sachsen-Anhalt – Umweltminister Aeikens warb für effizientere wirtschaftliche Nutzung des Bau-, Roh- und Energiestoffes Holz

Prof. Dr. Matthias Zscheile (links im Bild), Vorstandsvorsitzender des BioEconomy e. V., im Gespräch mit Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens

Prof. Dr. Matthias Zscheile (links im Bild), Vorstandsvorsitzender des BioEconomy e. V., im Gespräch mit Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens

Magdeburg (img). Rund einhundert Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung und Politik trafen sich am 29. Oktober 2015 in Magdeburg zum ersten Branchentreff Holz des Landes Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltung war der Höhepunkt in der von Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens initiierten „Woche des Waldes“, mit der die Einzigartigkeit und das Potential des Rohstoffes Holz und des Lebensraumes Wald in den Fokus von Politik und Gesellschaft gerückt werden sollte. „Waldpflege, Holzernte und -verwendung sind bedeutende Wirtschaftsfaktoren. Gleichzeitig sind Produkte und Architektur aus Holz praktizierter Klimaschutz. Es gibt viele gute Argumente für den wertvollen Rohstoff Holz“, sagte der Minister zur Eröffnung des Branchentreffs.

Die Landesregierung habe das Ziel, so Aeikens, die Wahrnehmung der Branche in der Öffentlichkeit, bei Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik zu intensivieren, Innovationspotentiale durch die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft zu heben und die Vernetzung und Kooperation der Akteure über eine regionale und mitteldeutsche Clusterarbeit zu forcieren. Die Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt, für Wissenschaft und Wirtschaft sowie für Landesentwicklung und Verkehr haben gemeinsam die Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) mit der Vorbereitung des Branchentreffs beauftragt und mit Akteuren des Spitzenclusters BioEconomy ein attraktives Programm zusammengestellt, das die in Sachsen-Anhalts Wäldern steckenden Innovationspotenziale verdeutlichte.

Wer Holz stofflich nutzt, schützt das Klima. Deutschland hat sich das verbindliche Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um vierzig Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Eine Absenkung von 27 Prozent wurde bereits erreicht. Mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung trägt die Forstwirtschaft der Bundesrepublik zu einer Absenkung der Emissionen um mindestens 13 Prozent pro Jahr bei. „Wir müssen die Lust auf die Verwendung unseres umweltfreundlichsten Rohstoffes steigern und die Wertschätzung in der Bevölkerung erhöhen, damit andere Rohstoffe weitgehend substituiert werden können. Der Rohstoff Holz muss dabei vor allem effizient genutzt werden. Das ist Voraussetzung für die Entwicklung neuer wirtschaftlicher Nutzungsmöglichkeiten von Holz“, sagte Minister Aeikens. Sachsen-Anhalt konnte in den vergangenen zehn Jahren die bundesweit zweitgrößte relative Waldflächenmehrung (1,63 Prozent) durch Aufforstung nach Schleswig-Holstein verzeichnen. So sind in Sachsen-Anhalt derzeit etwa 532.000 Hektar der Landesfläche bewaldet.

Die in der Holzverarbeitenden Industrie tätigen 34 Unternehmen erwirtschafteten 2014 mit ihren fast 2.200 Beschäftigten einen Umsatz von über 600 Millionen Euro. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf die Plattenhersteller der Holzwerkstoffindustrie. Etwas mehr als vierzig Prozent des Umsatzes entstehen aus Produktion und Verkauf von Konstruktionsholz, das vor allem im Hochbau zum Einsatz kommt. Der verbleibende Umsatzanteil verteilt sich auf Sägewerke und Hersteller von Holzverpackungen. Die 19 Unternehmen der Papierindustrie mit ihren 2.500 Beschäftigten konnten einen Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro generieren.

Reger Zuspruch am Stand des BioEconomy Clusters im Rahmen der Begleitausstellung (Foto: Andreas Lander)

Reger Zuspruch am Stand des BioEconomy Clusters im Rahmen der Begleitausstellung (Foto: Andreas Lander)

Die 26 Unternehmen der Möbelindustrie erwirtschafteten mit ihren 2.100 Beschäftigten einen Jahresumsatz von über 400 Millionen Euro. Die Unterstützung und Weiterentwicklung dieses Wirtschaftszweigs sei deshalb für die Landesregierung von herausragender Bedeutung. „Sachsen-Anhalt ist ein hervorragender Investitionsstandort für Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie. Die logistische Lage, die überregionale verkehrsgünstige Anbindung garantiert optimale Wege zu den hiesigen aber auch den skandinavischen Beschaffungsmärkten und Absatzmärkten in Südeuropa und darüber hinaus“, warb Minister Aeikens. Insgesamt stellt der Wirtschaftszweig Forst und Holz 18.000 Arbeitsplätze im Land.

Einigkeit bestand unter den Teilnehmern des Branchentreffs, dass die mit der Wertschöpfungskette Forst- und Holzwirtschaft gegebenen Zukunftspotentiale effizienter, ergebnisorientierter koordiniert und wissenschaftlich begleitet werden müssten, um für die Unternehmen der Verarbeitung und Veredelung die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten bzw. zu erhöhen.

Die der Forstwirtschaft nachgelagerte bearbeitende und verarbeitende Industrie, das Holzhandwerk, den Holzfachhandel, die Papierwirtschaft, das Verlags- und Druckereigewerbe rief der Minister auf, sich aktiv in die „Clusterinitiative Forst- und Holzwirtschaft“ einzubringen. Ziel des Clusters ist vor allem die Stärkung von Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit, die weitere Mobilisierung von Holz, die Sicherung einer kontinuierlichen und umfassenden Holzversorgung sowie die Stärkung der regionalen Wertschöpfung.

Begleitet wurde der Branchentreff im Magdeburger MARITIM Hotel von einem „Markt der Möglichkeiten“. Unter anderem präsentierte das Magdeburger Unternehmen NORDLAM hochwertiges Brettschichtholz und die Ascherslebener NOVO-TECH Sportböden der Marke megawood. Vertreten waren außerdem das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg, die ante-Gruppe, das Landeszentrum Wald Sachsen-Anhalt, der Spitzencluster BioEconomy, das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetreib und -automatisierung IFF, die Tischlerei Böhme aus Rottleberode, die Investitionsbank Sachsen-Anhalt sowie die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH.

Zum Auftakt der Veranstaltung hatten Dr. Hermann Onko Aeikens, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Klaus Klang, Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr und Jörg Felgner, Staatssekretär im Ministerium der Finanzen gemeinsam mit dem Präsidenten des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm und dem Vorsitzenden des Landesbeirates Holz, Christian von Itzenplitz, im Rahmen der Aktion „Mein Baum für Magdeburg“ am Kulturhistorischen Museum symbolisch für die Verschönerung des Stadtbildes und ein besseres Stadtklima eine Linde gepflanzt.

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