Holzbausystem Südharz: Erfolgreicher Projektabschluss mit neuen Zielen

Rottleberode1505-hbs-hiz-team . Im vergangenen Monat (April 2015) konnte das Projekt „VP 1.2 Entwicklung des Holzbausystems und Etablierung des Holzimpulszentrums“, das im Rahmen des Spitzenclusters BioEconomy mit 4,6 Millionen Euro gefördert wurde, auf die Zielgerade gebracht werden. Der Projektabschluss ist für den Sommer 2015 geplant. Zur Besprechung des Projektabschlusses und der Verwertungsoptionen trafen sich die Projektbeteiligten – die Hochschule Rosenheim, die HOMATHERM GmbH, die ante-holz GmbH & Co. KG sowie die Knauf Deutsche Gipswerke KG – und diskutierten die positiven und interessanten bis dato erreichten Ergebnisse.

Im Rahmen des Projektes wurde beispielsweise eine Holzfaserdämmstoffplatte entwickelt, der ein Anteil Buchenfasern beigemischt ist. Die HOMATHERM GmbH führte dafür schwerpunktmäßig Brandversuche mit Holzfaser-Dämmstoffen durch und konnte schließlich die Flammschutzeigenschaften der neu entwickelten Platte deutlich verbessern.

Eine Videoaufnahme des Versuchs gibt es im Internet unter: http://bit.ly/1N93FEf

1505-holzbausystemAuch das Recycling von Reststoffen, die bei der Produktion und Verarbeitung von Trockenbauplatten entstehen, war ein Thema des Projektes. Hier war die Knauf Deutsche Gipswerke KG maßgeblich beteiligt und bearbeitete den Projektteil Substratentwicklung. Knauf erfasste das Reststoffaufkommen der regionalen Firmen ante-holz GmbH, timura Holzmanufaktur und HOMATHERM GmbH sowie des eigenen Betriebes. Es wurden vom Labor- bis zum Technikumsmaßstab umfangreiche Aufbereitungsuntersuchungen zum Recycling von Abfällen aus der Gipsplattenproduktion durchgeführt. Schließlich wurde eine verfahrenstechnische Aufbereitungsstrategie für die Hauptreststoffströme von Knauf am Standort Rottleberode entwickelt.

Robert Tandler, Leiter der Abteilung Flächen- und Umweltmanagement bei Knauf, ist zufrieden: „Nach den durchgeführten Untersuchungen und Versuchen können nun nicht in die Produktion rückführbare Reststoffe als Bodensubstrat für die Rekultivierung im Tagebau verwertet werden. Das Projektziel einer nahezu 100 %-igen stofflichen Verwertung aller anfallenden Reststoffe ist erreichbar!“. Die Ergebnisse sollen nun in der Planung und Errichtung einer Gips-Recyclinganlage am Standort Rottleberode im Zeitraum 2016 bis 2019 verwertet werden.

Auch seitens der ante-holz GmbH ist man mit den Projektergebnissen zufrieden. Es konnten verschiedene Prototypen des Holzbausystems angefertigt werden. Darauf aufbauend sollen weitere Untersuchungen durchgeführt und in einer Kleinserie umgesetzt werden.

Alle Projektbeteiligten sind an einer Weiterführung der gewonnenen Erkenntnisse interessiert und möchten die Ergebnisse in neuen Projekten aufgreifen. Beim vergangenen Projekttreffen setzten es sich die Partner daher zum Ziel, als naheliegenden nächsten Schritt die entwickelten Komponenten des Holzbausystems Südharz im Demonstrationsmaßstab zusammenzuführen. Hierfür werden aktuell potentielle Investoren gesucht, mit deren Unterstützung das Holzbausystem zur Marktreife geführt und eine bauaufsichtliche Zulassung erwirkt werden soll. Zudem werden die Projektergebnisse im Projekt „Buchenhybrid“, welches seit April 2015 ebenso im Spitzencluster BioEconomy bearbeitet wird, aufgegriffen.

Foto oben: Das Projektteam des VP 1.2 – Holzbausystem Südharz und Holzimpulszentrum Rottleberode
Foto unten: Ein Demonstrator für das Holzbausystem
Fotos: HIZ Rottleberode

 

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