Projekt-Kick-Off für die hochmechanisierte, bodenschonende Laubholzernte

Wald ist nicht gleich Wald – während sich für Nadelwälder hoch technisierte Ernteverfahren etabliert haben, hinkt die Durchforstung von Laubwäldern dem Stand der Technik hinterher. Um eine effiziente und bodenschonende Technologie zu entwickeln, die für die Bioökonomieregion Mitteldeutschland wichtige Laubholzpotentiale erschließen hilft, haben sich im Spitzencluster BioEconomy Kooperationspartner aus Wissenschaft, Forstwirtschaft und Systemtechnik zusammengefunden. Am 14. Oktober 2014 fand im Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig das Kick-Off-Meeting für das Verbundprojekt „HIPHAR – High Precision Harvesting“ statt. Das Projektvolumen beträgt bei einer Laufzeit von 3 Jahren 3,9 Mio. Euro.

Die Akteure im Verbundprojekt HIPHAR, Foto: Fraunhofer IML

Die Akteure im Verbundprojekt HIPHAR, Foto: Fraunhofer IML

In der Bewirtschaftung von Nadelwäldern sind hoch technisierte Holzernte-Maschinen seit Jahren im Einsatz. Der kombinierte Einsatz von Harvester (Holzernter) und Forwarder (Rückezug) erledigt alle Arbeitsschritte vom Fällen des Baums über das transportgerechte Entasten und Zuschneiden bis zur Holzrückung und anschließenden Polterung in einem Zug. Bei den in der Forstwirtschaft aktuell u.a. durch die Bioökonomie in den Fokus rückenden Laubwäldern sieht es anders aus. Laubbäume haben härteres Holz, kräftigere Seitenäste, die zumeist in spitzen Winkeln abstehen, tiefer angesetzte Kronen und meist krummere Schäfte. Ziel des Spitzencluster-Projektes „HIPHAR“ ist es, die mechanisierte Holzernte für Laubholz satellitengestützt zu optimieren. Projektpartner sind hierbei die Hochschule Rosenheim, die FHS Forsttechnik Handel & Service GmbH, das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML (Projektleitung), MK Systemtechnik, die PFAHL Systemtechnik GmbH, die Technische Universität Dresden und die Tyroller Hydraulik Herzberg GmbH, unterstützt durch petersenFORSCHUNG.

Um den besonderen Anforderungen an den Naturschutz und eine nachhaltige, ressourceneffiziente Bewirtschaftung gerecht zu werden, sollen mehrere Technologien zum Einsatz kommen: So sollen im Rahmen des Verbundprojektes bodenschonende Laufwerke entwickelt werden, die die Belastung für das Ökosystem Wald auch bei der Ernte mit Harvester und Forwarder minimieren. Weiterhin soll für den Forwarder, der das geerntete Holz aus dem Wald schafft, ein integriertes Wägesystem zur direkten Erfassung der Erntemasse auf der Rückegasse entwickelt werden, das nebenbei das schonende Bewegen auf dem Waldboden unterstützt. Hinzu kommt ein spezieller Erntekopf für Laubbäume. Abschließend soll ein satellitengestütztes Ortungssystem die Orientierung im Wald und die präzise Wiederverwendung bestehender Rückegassen ermöglichen. Ein Feldtest mit fertigen Prototypen bildet den Projektabschluss.

Mehr Infos zum Projekt: HIPHAR Bodenschonende Holzernteeinheit

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