Projektportrait

TG 1 - Holz     VP 1.5      HIPHAR

Holzernteeeinheit für eine hochmechanisierte, bodenschonende Laubholzernte

Vorhabensziel

 

Das Ziel der vorliegenden Projektidee ist die Entwicklung von verschiedenen Komponenten, welche im Zusammenspiel einen Innovationssprung für die automatisierte und somit kostengünstige Buchenholzernte im schwierigen Gelände darstellen. Es sollen bis dato nur schwer zugängliche Buchenbestände unter höchster Beachtung naturschutzrechtlicher Restriktionen leichter genutzt werden können. Diese Komponenten sind die Entwicklung eines neuartigen Bandlaufwerks sowie die Neukonzeption und -konstruktion eines zugehörigen Forwarders, die Ausstattung des Forwarders, genauer des Rungenkorbs, mit einem neuartigen, eichfähigen Wägesystem, die Entwicklung und Prototypenanfertigung eines neuen Harvesteraggregats, welches den speziellen Anforderungen der Laubholzernte, im Besonderen der Buche, Rechnung trägt. Abrundend erfolgt die Prüfung und Untersuchung neuester Ortungs- und Orientierungssysteme hinsichtlich der Nutzungszuverlässigkeit in der Praxis, dem Einsatzgebiet Wald, für definierte Prozesse.

 

Aufgaben der Partner/ Arbeitsplanung

 

Im Wesentlichen gliedern sich die Arbeitsinhalte in zwei Teilbereiche, welche die Verbundpartner in kleinen Arbeitsgruppen mit gebündelter Fachkompetenz bearbeiten. Der erste Teilbereich umfasst die Konzeption und Konstruktion der neuen Bauteile sowie der Ortungs- und Orientierungseinheit. Der zweite Teilbereich umfasst umfangreiche Test- und Feldversuche, um die planmäßig zu erreichenden Projektziele zu quantifizieren, zu qualifizieren und die Vorteile der neuen Entwicklungen darzustellen.

 

Ergebnisverwertung

 

Das Ergebnis des Teams, bestehend aus 3 KMU, 2 wissenschaftlichen Institutionen und 3 Auftragnehmern, sind 4 Demonstratoren mit gut dokumentierten Funktionsnachweisen für innovative Holzerntetechnologien. Dieses Ergebnis muss wissenschaftlichen und marktlichen Anschluss in einer Fortsetzung der Zusammenarbeit finden. Das Ziel der Ergebnisverwertung soll eine effizientere und gleichzeitig naturschonende Mechanisierung der Forsttechnik für mitteleuropäische Buchenwälder sein, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Forstwissenschaftlich soll das Ergebnis eine verbesserte dynamische Kartierung des Erntevorgangs, der entnommenen Menge pro Eigentümer und Maschinenstunde und eine messbare Verbesserung der Bodenschonung sein. Zudem soll ein zuverlässiges Ortungssystem für abgedeckte Bereiche konzipiert werden. Die Industrie entwickelt verschiedene Alleinstellungsmerkmale (nachrüstbare bodenschonende Bandlaufwerke und ein neu gedachter Harvesterkopf), die auch ihr aktuelles Portfolio stärken.

 

Technologie

 

Das Vorhaben ist praxisorientiert und entwickelt vorhandene Technologien weiter. Interessant und anspruchsvoll sind die enge Verzahnung von elektronischen Messmethoden und -ergebnissen mit hydraulischen, durchaus feinfühligen Reaktionen, die Kombination von Materialien für die neuen Laufbänder, der intelligente (und preiswerte) Einsatz von Positionierungssystemen, der Einsatz von Wägetechnik in einem hoch dynamischen und stark beanspruchenden Umfeld und nicht zuletzt die Anpassung der bisher vergleichsweise starren Harvesteraggregatstechnologie an den Wuchs der Buche. 

 

Nutzen für den Spitzencluster

 

Das strategische Ziel des Spitzenclusters BioEconomy ist die nachhaltige Maximierung der Wertschöpfung von Non-Food Biomasse mit dem Schwerpunkt Holz. Um insbesondere das in der Clusterregion häufig vorhandene Buchenholz einer maximalen Wertschöpfung zuzuführen, muss es zuerst im Wald geerntet werden. Mit dem aktuellen Stand der Technik kann einerseits der prognostizierte Holzbedarf leistungstechnisch nicht zur Verfügung gestellt werden. Andererseits werden die Rohstoffquellen, d.h. der Wald und die Vegetation dauerhaft durch konventionelle Maschinen geschädigt. Somit wäre die geforderte Nachhaltigkeit in der Strategie bereits zu Beginn nicht durchgängig umgesetzt. Die Neuentwicklungen sollen in besonderem Maße den Ansprüchen an Boden- und Naturschutz Rechnung tragen. Da im Ansiedlungsraum des Spitzenclusters gehäuft empfindliche Böden sowie eine hohe Anzahl naturschutzrechtlicher Restriktionen vorliegen, dient die Projektidee der Sicherstellung der Rohstoffversorgung. Das vorliegende Projekt wird dem Spitzencluster auf lange Sicht eine nachhaltige Rohstoffversorgung sichern, indem es mit der neuen Technik möglich wird, bisher unerschlossene Rohholzpotentiale zu erschließen. Dies wird von besonderer Bedeutung, wenn man die stetig steigende Nachfrage nach dem Rohstoff Holz und die gleichzeitig steigenden Naturschutzauflagen betrachtet. 

Kontakt zum Projekt:

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik

Projektzentrum Verkehr, Mobilität und Umwelt

Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Inninger

Telefon: +49 8051/901 – 116

E-Mail:  wolfgang.inninger@prien.iml.fraunhofer.de

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