Strategien und Managementinstrumente für die Bioökonomie

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Strategien und Managementinstrumente für die Bioökonomie

Unter dem Titel „How to manage bioeconomy regions? Lessons learnt, visions & tools.” präsentierte das UFZ am 16. und 17. März Ergebnisse aus der Begleitforschung und rief Ideenwettbewerb aus

Die Zukunft der holzbasierten Bioökonomie in Mitteldeutschland hängt entscheidend von ihrer Innovationskraft ab. Neue Ideen sind aber nur in tragfähigen Netzwerken umsetzbar. Um diese effektiv zu koordinieren und zu beschleunigen, wurde das Spitzencluster BioEconomy in den zurückliegenden Jahren durch die Begleitforschung unterstützt. Sie hatte das Ziel, Strategien und Managementinstrumente für die Bioökonomie – insbesondere für Bioökonomie-Regionen wie die Modellregion-Mitteldeutschland – zu entwickeln. In Kooperation mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und der HHL Leipzig Graduate School of Management (HHL) entwickelten daher die Departments des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) ein Set von Konzepten und Instrumenten für das Exzellenznetzwerk und evaluierten deren Umsetzung in der Praxis. Nach 5 Jahren intensiven Austauschs kommt die Begleitung nun zu ihrem Ende. Grund genug inne zu halten.

Von Stoffströmen bis Rechtssicherheit – Breites Themenangebot begeistert rund 80 Teilnehmer

How to manage bioeconomy regions? Lessons learnt, visions & tools.“: Unter diesem Veranstaltungstitel fand am 16. und 17. März ein kritischer Rückblick auf die nun final vorliegenden Ergebnisse der Begleitforschung statt. Knapp 80 TeilnehmerInnen aus dem Cluster und der interessierten Fachöffentlichkeit hatten sich im Leipziger Kubus zu Präsentationen, Workshops und Diskussionsrunden eingefunden. Themen wie Stoffstrom-, Nachhaltigkeitsmanagement und Produktakzeptanz standen zusammen mit Rechtsfragen innerhalb der Bioökonomie im Mittelpunkt der Veranstaltung. So wurden beispielsweise die Potentiale eines „Social Life Cycle Assessment“ (Produktbezogene Sozialbilanz) zur Verbesserung von Bioökonomie-Wertschöpfungsketten diskutiert oder ein Kontrollinstrument für die Verbesserung der Produktnachhaltigkeit erörtert.

 

„Reality Check“ zeigt konkrete Umsetzungsmöglichkeiten der Forschungsergebnisse auf

Krönender Abschluss der zweitägigen Veranstaltung war der „Reality Check“ mit einer Diskussionsrunde der TG-Leiter und des Managements des Spitzenclusters. Zusammenfassend konnte festgehalten werden, dass es anfangs zwar viel Zeit brauchte, um ein gegenseitiges Verständnis (z.B. bei technischen Fragestellungen oder methodischen Vorgehensweisen) und Vertrauensverhältnis (z.B. zur Verfügung stellen von Firmendaten) aufzubauen, nun aber tragfähige Strukturen entstanden sind. Diese lassen sich jetzt zur Umsetzung der entwickelten Instrumente bei realen Wertschöpfungsketten nutzen. Um diese weiter zu entwickeln, verstärkt das Cluster u.a. seine Business Development- und Internationalisierungsaktivitäten. Vielen innovativen Produktvorhaben steht die Marktreife jedoch noch bevor.

 

Optimierungsmöglichkeiten und Handlungsbedarf

Zurückblickend waren die Diskussionsteilnehmer auch der Ansicht, dass es eine bessere Koordination der Schnittstellen zwischen den Akteuren der Wirtschaft und der Begleitforschung hätte geben müssen. Ebenso sind Bioökonomiethemen bei politischen Fragestellungen und Entscheidungen noch nicht genügend sichtbar geworden. Besonders wichtig ist es daher, dass die Entwicklungen der Bioökonomie auch weiterhin begleitet werden, um mögliche Fehlentwicklungen – z.B. bei Fragen der sozialen Akzeptanz – zu erkennen und diesen dann begegnen zu können. Ein Monitoring, dessen Ergebnisse sowohl den Akteuren in der Wirtschaft als gesellschaftlichen Interessensgruppen sowie der Politik zu Gute kommen, sind daher unerlässlich. Abschließend wurde festgehalten, dass zwar konkrete Praxistests für die Instrumente der Begleitforschung vielfach noch ausstünden – eben weil es sich bei der Bioökonomie um eine Branche im Aufbau handelt – aber die Begleitforschung letztlich eine sinnvolle Investition in die Zukunft gewesen ist.

 

Networking & Ideen-Pitch

Die Veranstaltung bot die ideale Möglichkeit dazu, sich für zukünftige Vorhaben zu vernetzten. Entsprechend angeregt diskutierten die TeilnehmerInnen auch zwischen den Ergebnispräsentationen. Das Leipziger Gründernetzwerk SMILE, das Gründerzentrum Social Impact Lab, der WissenschaftsCampus Halle, das Gründungsprojekt GISBERT und das Spitzencluster selbst standen dazu an verschiedenen „Matchmaking Points“ für einen gemeinsamen Austausch, Fragen und Anregungen zur Verfügung. Die Zukunft im Blick hatten auch die Teilnehmer des Ideen-Pitchs für Bioökonomie-Regionen, der sich vor allem an junge NachwuchswissenschaftlerInnen und -Enterpreneure richtete. Sie präsentierten Ideen, Konzepte und Business-Modelle mit denen die Bioökonomie auf regionaler wie nationaler Ebene vorangetrieben werden könnte. So wurde beispielsweise ein portabler Pyrolyse/Vergasungs-Ofen vorgestellt, der mit einer äußerst effizienten Biomassenutzung zur Energiegewinnung sowie der Herstellung von bioaktiver Kohle punkten kann und besonders für den Einsatz in Entwicklungsländern interessant wäre. Eine weitere Idee beschäftigt sich mit einem Abfallprodukt was ein Großteil der Bevölkerung mehrmals am Tag verursacht – dem Kaffeesatz. Am Beispiel von Vietnam als zweitgrößter Kaffeeproduzent wurde eine Lösung für die energetische und stoffliche Nutzung vorgestellt. Das Publikum kürte diese Idee zum Publikumsliebling.
Der Pitch zeigte einmal mehr: Die Zukunft der Bioökonomie liegt nicht unwesentlich an innovativen Ideen, die klein beginnen und mit einem starken Netz im Rücken wachsen können. Fest steht auch, die Zukunft der Bioökonomie fängt im Hier und Jetzt an.

Alle Informationen zu den Rednern, den Vorträgen und den Ergebnissen der Begleitforschung finden Sie hier: www.ufz.de/bioeconomy2017

2017-03-30T09:35:22+00:00 März 30th, 2017|Allgemein|

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