BioEconomy Weihnachts-Newsletter

BioEconomy Weihnachts-Newsletter

Liebe Leser,

zum Jahresausklang möchten wir uns bei unseren Partnern und allen Bioökonomie-Interessierten für den Austausch, die Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement bedanken. Auch in diesem Jahr wurden wieder zentrale Weichen für die Zukunft der Bioökonomie gestellt. Insbesondere aus Brüssel kam zuletzt ein starkes Signal: Mit dem neuen Strategic Framework for a Competitive and Sustainable EU Bioeconomy stärkt die Europäische Kommission die Bioökonomie als wirtschaftspolitisches Zukunftsfeld. Bioökonomie soll künftig nicht nur Forschung und Nachhaltigkeit voranbringen, sondern gezielt Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und den Ausstieg aus fossilen Rohstoffen unterstützen. Im Fokus stehen der schnellere Markthochlauf von Innovationen, der Aufbau neuer Leitmärkte, eine nachhaltige Nutzung von Biomasse sowie bessere Rahmenbedingungen für Investitionen.

Positiv ist vor allem der klare Blick auf die Realität: Die europäische Bioökonomie ist bereits heute ein bedeutender Wirtschaftssektor mit Millionen Beschäftigten – ihr größtes Hemmnis ist jedoch weniger der Mangel an Ideen als fehlende Finanzierung, langsame Genehmigungen und unsichere Märkte. Die Kommission setzt deshalb stärker auf Investitionsinstrumente, öffentliche Beschaffung und einfachere, besser abgestimmte Regeln, insbesondere zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen.

Wichtig ist auch der Fokus auf Nachfrage. Neue biobasierte Produkte sollen nicht nur entwickelt, sondern auch verlässlich nachgefragt werden – etwa über öffentliche Ausschreibungen, gemeinsame Beschaffungsinitiativen der Industrie und einheitliche Standards. Gleichzeitig betont die Strategie, dass Biomasse verantwortungsvoll genutzt werden muss: Nebenströme sollen stärker erschlossen, Ökosysteme geschützt und neue Einkommensmöglichkeiten für Land- und Forstwirtschaft geschaffen werden.

Trotz vieler richtiger Ansätze bleibt aus Sicht der industriellen Bioökonomie Skepsis angebracht. Noch ist offen, wie schnell und in welchem Umfang die angekündigten Investitionen tatsächlich wirksam werden. Entscheidend wird sein, dass neue Vorgaben nicht zu zusätzlicher Bürokratie führen und dass Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden – etwa bei Energiepreisen, CO₂-Kosten und Infrastruktur. Ein richtiger Schritt ist das Sammeln der Gelder aus dem CO₂-Emissionshandel in einem Innovation Fund, der inzwischen 5,2 Milliarden Euro schwer ist – Gelder, die nun sukzessive ausgeschrieben werden, um die Transformation der Industrie zu unterstützen.

Unser Fazit zum Jahresende: Die EU setzt mit der neuen Bioökonomie-Strategie wichtige Akzente und rückt industrielle Umsetzung und Märkte stärker in den Mittelpunkt. Jetzt kommt es darauf an, dass aus Ankündigungen konkrete Verbesserungen werden. Gelingt das, kann die Bioökonomie in Europa einen echten Beitrag zu Wachstum, Klimaschutz und Standortstärkung leisten.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine friedliche Weihnachtszeit und einen zuversichtlichen Start ins neue Jahr. Ihr BioEconomy e.V.!

Top-News:  EU stellt weichen für industrielle Bioökonomie

Pünktlich zum Jahreswechsel hat die Europäische Kommission den strategischen Rahmen für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige EU-Bioökonomie veröffentlicht. Ein Weihnachtsgeschenk für die Transformation der europäischen Industrie? Die Bioökonomie wird darin zumindest klar als industriepolitischer Hebel positioniert – mit großer Bedeutung für Wertschöpfung, Beschäftigung und die Transformation der europäischen Wirtschaft. Für das kommende Jahr setzt die Strategie wichtige Leitplanken für Investitionen, Markthochlauf und Regulierung und gibt damit eine klare Richtung für Politik, Wirtschaft und Industrie vor.

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Aus unserem BioEconomy-Netzwerk:

Hybrid-Windrad kombiniert Wind und Solarenergie

Das Unternehmen HESSELAND aus Bad Bibra in Sachsen-Anhalt, Kooperationspartner der Metropolregion Mitteldeutschland, entwickelt im Rahmen des Förderprogramms UNTERNEHMEN REVIER ein neuartiges hybrides Kleinwindrad, das Windkraft und Photovoltaik simultan nutzt – Solarzellen sind direkt in ein Lamellensystem integriert, das sowohl Strömungs- als auch Sonnenenergie in Strom umwandelt. Dadurch kann die Anlage auch bei schwachem Wind und wechselnden Wetterbedingungen Energie erzeugen, was die Versorgungssicherheit dezentraler Standorte stärkt und über den klassischen Windradbetrieb hinausgeht.

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56 Mio. Euro für neues Business Development Center im Technologiepark Weinberg Campus

Einer der größten Wissenschafts- und Technologieparks Deutschlands wird weiter wachsen: Mit dem „Business Development Center“ entsteht auf dem Technologiepark Weinberg Campus in Halle (Saale) ein zentraler Neubau zur Unterstützung von Technologie- und Wachstumsunternehmen. Auf rund 9.250 Quadratmetern entstehen 30 Labore, 65 Büros und etwa 1.000 Quadratmeter Gemeinschaftsflächen, wodurch die verfügbare Infrastruktur in den kommenden Jahren deutlich um über 40 Prozent wächst. Vorgesehen ist eine vollständige Vermietung an Unternehmen aus Zukunftsfeldern wie Life Science, Bioökonomie, Chemie und Umwelttechnik. Der Weinberg Campus erhielt für das Projekt Zuwendungsbescheid über 56,1 Mio. Euro von Bund und Land.

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Aus der Welt der Bioökonomie:

Studie: Klimaneutrale Luftfahrt kostet 4,4 Billionen Euro

Laut einer aktuellen Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade belaufen sich die global notwendigen Investitionen zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen im Luftverkehr bis 2050 auf rund 4,4 Billionen Euro. Diese Summe umfasst vor allem den Ausbau erneuerbarer Energien für synthetische oder alternative Flugtreibstoffe, die Produktion von Sustainable Aviation Fuels (SAF) und weitere technologische wie infrastrukturelle Maßnahmen. Ohne ein solches Paket wären die kumulierten Kosten durch CO₂-Preiswirkungen voraussichtlich noch deutlich höher. Gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit von SAF gering, was die Zielerreichung zusätzlich erschwert.

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Mikroben verwandeln Styropormüll in wertvollen Grundstoff

Forschende der Universität des Saarlandes haben einen biotechnologischen Ansatz entwickelt, bei dem das Bakterium Pseudomonas putida Polystyrol-Abfälle gezielt verwertet und in chemische Vorstufen für Nylon umwandelt, einen wichtigen Grundstoff für die Chemieindustrie. Dadurch könnten schwer recycelbare Styropor-Abfälle in wertvolle Rohstoffe überführt und so fossile Ressourcen sowie CO₂-Emissionen reduziert werden.

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Torf-Katalysatoren ersetzen Platin in Brennstoffzellen

Forschende aus Deutschland und Estland haben Eisen-Stickstoff-Kohlenstoff-Katalysatoren entwickelt, die sich aus gut zersetztem Torf herstellen lassen und das teure Platin in Brennstoffzellen ersetzen könnten. Diese Katalysatoren zeigen in Tests eine vielversprechende elektrochemische Aktivität und könnten die Systemkosten für Wasserstoff-Brennstoffzellen deutlich senken, indem sie auf einen nachwachsenden, kostengünstigen Rohstoff statt auf seltene Edelmetalle setzen.

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Innovationsfonds: EU nutzt Emissionshandel, um Industrie klimafit zu machen

Die Europäische Kommission investiert 5,2 Milliarden Euro aus den Einnahmen des EU-Emissionshandels in den Umbau der europäischen Industrie. Mit dem Geld werden Unternehmen unterstützt, klimafreundliche Technologien einzuführen, fossile Energien zu ersetzen und Produktionsprozesse zu modernisieren – etwa bei Prozesswärme, Wasserstoff oder anderen klimaneutralen Lösungen. Ziel ist es, den Klimaschutz mit Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Transformation zu verbinden. Aktuell sind 1 Milliarde Euro ausgeschrieben, um fossile Prozesswärme in energieintensiven Industrien durch elektrische oder direkt erneuerbare Technologien zu ersetzen.

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