Der Bioeconomy e.V. hält den mit mehr als 30 Millionen Euro Bundesmitteln geförderten Verkauf von rund 1.000 Hektar Wald bei Stolberg an die NABU-Stiftung für ein falsches Signal. Während der Käufer die Flächen vollständig aus der Nutzung nehmen will, um „Urwald“ zu schaffen, stellt sich für uns als Verein die zentrale Frage: Woher soll der Rohstoff für die nachhaltige Industrie von morgen kommen?
Der Bioeconomy e.V. und seine Mitglieder arbeiten seit Jahren intensiv daran, die stoffliche Nutzung von Laubholz – insbesondere der Buche – voranzutreiben. Die Stilllegung großer Flächen entzieht innovativen Projekten buchstäblich den Boden. Es ist schwer vermittelbar, dass der Bund einerseits den Strukturwandel und Innovationshubs wie „Holz+Klima“ in Roßla finanziert, gleichzeitig aber die Stilllegung genau der Flächen mit Millionenbeträgen subventioniert, die diesen Wandel stützen sollten.
Buchenholz ist mehr als Brennholz. Die Argumentation, die Stilllegung schade der Wirtschaft nicht, da regionale Sägewerke auf Nadelholz spezialisiert seien, greift zu kurz. Leuchtturmprojekte wie die UPM-Bioraffinerie in Leuna zeigen, dass Laubholz der Schlüssel für Biochemikalien und CO2-speichernde Produkte ist. Jede Einschränkung der Verfügbarkeit gefährdet die Skalierbarkeit dieser Technologien.
Unser Standpunkt: Klimaschutz und Naturschutz dürfen nicht gegen die wirtschaftliche Nutzung ausgespielt werden. Ein „ausgewogener Ansatz“, wie ihn das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten fordert, ist essenziell. Nur durch eine nachhaltige Bewirtschaftung sichern wir regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze und den Ersatz fossiler Rohstoffe.
