Der BioEconomy Hub kommt

Nachdem mehrere Jahre lang ungewiss gewesen ist, ob die benötigten finanziellen Mittel für den geplanten BioEconomy Hub in Leuna aufgebracht werden können, steht es nun fest: Der BioEconomy Hub – ein maßgebliches Projekt des BioEconomy e.V. – wird gebaut. Dank eines Förderbescheids des Landes Sachsen-Anhalt in Höhe von 11 Millionen Euro kann dieses für die Region enorm wichtige Vorhaben nun endlich umgesetzt werden.

Wie die Staatskanzlei mitteilte, hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) diese Mittel offiziell an die Stadt Leuna übergeben. Finanziert wird die Investition aus dem Investitionsgesetz Kohleregion, um den Strukturwandel und wirtschaftlichen Umbruch im Süden von Sachsen-Anhalt aktiv voranzutreiben.

Entstehen wird der Hub in der Nähe des traditionsreichen Chemieparks Leuna. Der Bürgermeister der Stadt, Michael Bedla (CDU), bestätigte gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT, dass auf dem dafür vorgesehenen, etwa 15.000 Quadratmeter großen Areal künftig Forschungs- und Technologieunternehmen sowie Start-ups ansässig sein sollen.

Kostengünstig produzieren in der „shared Economy“

Das durch den BioEconomy e.V. detailliert konzipierte Projekt bietet dabei einen hochinnovativen Ansatz: Der geplante Hub soll nicht nur Gewerbeflächen bieten, sondern die Bereitstellung und den projektbezogenen Betrieb von industrietauglichen Anlagen für biotechnologische Verfahren gewährleisten. Besonders hervorzuheben ist, dass an diesem zentralen Industriestandort auch das entsprechende Produktionspersonal direkt mit zur Verfügung gestellt wird.

Davon sollen in erster Linie Start-ups und junge Unternehmen aus dem Sektor der Bioökonomie profitieren. Das Zentrum bietet ihnen die Möglichkeit, im Rahmen einer „shared Economy“ kleinteilig, aber dennoch überaus kostengünstig zu produzieren. Durch diese geteilte Infrastruktur wird es den jungen Firmen erleichtert, ihre Technologien ressourcenschonend bis zur industriellen Reife weiterzuentwickeln und sich erfolgreich neue Märkte zu erobern.

Mitteldeutschland als globaler Hotspot

Die offizielle Übergabe des Fördermittelbescheids an die Stadt Leuna fand in einem ganz besonderen und passenden Rahmen statt: während des Gipfeltreffens der Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Auf diesem Strukturwandel-Gipfel informierten sich Schulze (Sachsen-Anhalt), Michael Kretschmer (Sachsen) und Mario Voigt (Thüringen) im Mitteldeutschen Revier gezielt über Projekte, die den Wandel der ehemaligen Kohleregionen hin zu modernen Wirtschafts-, Forschungs- und Innovationsstandorten voranbringen.

Schulze fand bei der Übergabe deutliche Worte für die Bedeutung des Vorhabens: „Der Strukturwandel soll direkt bei den Menschen ankommen. Mir ist wichtig, dass sie sehen: Unsere Heimat entwickelt sich weiter. Es entstehen neue Arbeitsplätze, neue Ideen und neue Perspektiven. Das gibt den Menschen Sicherheit, eröffnet neue Chancen und macht unsere Region auch für Unternehmen und Fachkräfte attraktiv. Genau dafür investieren wir. In Leuna zeigen wir ganz konkret, wie aus Veränderungen neue Chancen für unsere Heimat wachsen.“

Mit dem BioEconomy Hub sollen in Leuna wirtschaftliche Wachstumskerne im direkten Industrieumfeld etabliert werden. Dies dient dem konkreten Zweck, biobasierte Wertschöpfungsketten in der Region gezielt auf- und auszubauen.

Doch die Vision reicht noch weiter: Langfristig werden Ziele zur Erweiterung des Standortportfolios verfolgt. Der nun finanzierte Hub soll als starker Magnet wirken, um künftig weitere Großansiedlungen der Bioökonomie anzuziehen und Mitteldeutschland damit fest als einen weltweiten Hotspot der Bioökonomie zu etablieren.