Projektportrait

TG 1 - Holz     VP 1.9      BioXfrac

„Energieerzeugung aus Non-food Biomasse“ Machbarkeitsstudie zu einem neuen Aufschlussverfahren für holzartige Reststoffe

Durch den aktuellen Wandel der erdölbasierten hin zur biobasierten Produktion treten Verfahren zum Rohstoffaufschluss mit dem Ziel chemische Bestandteile stofflich nutzbar zu machen, mehr in den Vordergrund. Auf dieser Entwicklung basierend wird unter dem Akronym „BioXfrac“ eine 18-monatige Machbarkeitsstudie bearbeitet. Um die stoffliche Nutzung und somit die Wertschöpfung von technisch schwierig einsetzbaren Roh- sowie Reststoffen, z.B. Landschaftspflegeholz, Sägespäne oder Rinden, zu erhöhen, forscht der Verbund „BioXfrac“ an einem neuen Aufschlussverfahren. Das Ergebnis soll der Nachweis zur technischen und ökonomischen Machbarkeit des zu entwickelnden Verfahrens sein. Mithilfe des Verfahrens soll durch dezentrale Biomassekonversion und der Kombination innovativer, thermomechanischer und biochemischer Technologien fermentierbare Zucker und BioEnergie gewonnen werden.

 

Durch diese Technologie sollen zukünftig bisher fast ausschließlich energetisch genutzte holzartige Reststoffe in Zucker umgewandelt werden. Hochwertige Zucker aus nachwachsenden Rohstoffen sind wichtige Grundstoffe für die industrielle Biotechnologie. Die nach dem Verfahren entstehenden, zuckerarmen Reststoffe sollen zusammen mit anderen vor Ort verfügbaren Reststoffen zu Biogas vergoren werden. Dies bietet die Möglichkeit, gerade bei einer Integration der BioXfrac-Technologie in einen Verbundstandort, dass alle dort anfallenden Restströme vor Ort zu minimalen Logistikaufwänden verwertet werden können.

 

Mit Anwendung der neuen Aufschlusstechnologie können in Zukunft Grundstoffe (Zucker) aus den Lignozellulosen herausgelöst werden. Diese Zucker können mithilfe weiterer Verfahren in chemische Grundstoffe umgewandelt und so einer stofflichen Nutzungskaskade zugeführt werden.
 

Zucker aus Lignozellulose sind ein wichtiger Rohstoff für die industrielle Biotechnologie, die in bisherigen Konzepten vor allem in zentralen Großanlagen gewonnen werden können. Aus Logistiksicht sind eine stabile und flexible Konzepte, welche die Verarbeitung räumlich geringer, saisonal anfallender Mengen ermöglichen, nötig. Welche Rolle dabei Verbundstandorte einnehmen, wird im Vorhaben untersucht.

 

Um das Vorhaben „BioXfrac“ realisieren zu können, arbeiten mehrere Unternehmen eng miteinander. Die technische Entwicklung bis hin zur Umsetzung wird durch die Firma LMEngineering GmbH umgesetzt. Das Fraunhofer CBP entwickelt die enzymatische Verzuckerung der gewonnen Fasern und untersucht verschiedene Hydrolysestrategien, um die Ausbeute und Reinheit der Zucker hoch zu halten. Die Entwicklung und Evaluierung zukünftiger Logistikstrategien zur Bereitstellung der Biomasse übernimmt das Fraunhofer IML mit praktischer Unterstützung durch die LAV Markranstädt GmbH. Der Teilbereich der biochemischen/energetischen Nutzung der Nebenprodukte wird gemeinsam durch das Deutsche Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (DBFZ) und die WABIO Technologie GmbH erarbeitet.

 

Kontakt zur Projektleitung:

Veronika Auer M.Eng

Hochschule für angewandte Wissenschaften

Fachhochschule Rosenheim

Forschung und Entwicklung

D-83024 Rosenheim

Tel: +49 (0) 8031 805-2732

Email: veronika.auer@fh-rosenheim.de

News

Anmeldung Cluster-Newsletter